Varadero

Varadero ist eine Stadt, die im Westen von Kubas Nordküste liegt und den zentralen Anlaufpunkt für Touristen darstellt, die auf Kuba einen ausgedehnten Badeurlaub oder auch Kunst und Kultur genießen und erleben möchten. Es handelt sich mittlerweile um das beliebteste kubanische Reiseziel, das es für Urlauber aus allen Teilen der Erde überhaupt gibt. Vielleicht nicht ganz zuletzt auch deshalb, weil die Entfernung zu Havanna, das rund 125 Kilometer in westlicher Richtung liegt, durchaus überschaubar ist.

Die Gründung von Varadero geht in das ausgehende 19. Jahrhundert zurück; im Dezember des Jahres 1887 siedelten hier einige Familien an, die vormals in Kuba auf ihren Haciendas saßen, und riefen ihre dortige Gemeinschaft aus. Zuvor lebten dort Indianer, die vor Ort ihre Kultur pflegten und auch für die Bewaldung des Gebietes Sorge getragen hatten. Vertrieben wurden die Ureinwohner sodann von spanischen Besatzungsmächten, die in den Waldbeständen Varaderos ausschließlich eine Rohstoffquelle erblickten. Deshalb wurden viele Bäume gefällt, um im Schiffbau verwendet zu werden. Im Übrigen wurden in Varadero viele Schiffe der Kolonialmacht repariert, weshalb der Name der kubanischen Stadt in der Übersetzung auch so viel wie „Reparaturdock“ bedeutet. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein wurde vor Ort auch in erheblichem Ausmaß Salz gefördert.

Freilich ist die Bevölkerung im Laufe der kommenden Jahrzehnte sprungartig angewachsen, sodass sich heute etwa 20.000 Menschen in jener Stadt niedergelassen haben, die als kubanisches Sondergebiet klassifiziert ist und von Kuba aus die geringste Distanz zu den Vereinigten Staaten von Amerika aufweist.

Der Tourismus entwickelte sich in Varadero vor allem ab der Mitte des 20 Jahrhunderts zu der primären wirtschaftlichen Einnahmequelle der Region. Wesentlich flankiert war diese Transformation von dem Bau einer Reihe von Hotels, die den Aufenthalt einer größeren Anzahl Urlaubswilliger erst ermöglichte. Nochmals erheblich katalysiert wurde dieser Prozess dadurch, dass seit etwa 1990 mehr und mehr Hotels errichtet werden, die qualitativ höchsten Standards genügen müssen. Hierdurch sollte der Komfort für Urlauber weiter gesteigert und die Stadt insgesamt noch attraktiver werden.

Den zentralen Anziehungspunkt für Touristen markiert bis in die heutige Zeit hinein der über 20 Kilometer lange Strand, der mit seinem feinen weißen Sand eine beeindruckende optische Kulisse bietet und in hoch ästhetischem Kontrast zum türkisfarbenen Wasser dazu einlädt, die Seele baumeln zu lassen und den Stress vergangener Tage hinter sich zu lassen.

Von jenem Naturschauspiel abgesehen bietet Varadero jedoch auch eher subtilere und musische Genüsse für den entsprechend interessierten Urlauber. Dies ist der Entwicklung ab den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts geschuldet, aufgrund derer die kulturelle und insbesondere die musikalische Szene in der Stadt zu einem Vorreiter für die gesamte bereichsspezifische Entwicklung in Kuba geworden ist. Noch heute zeugen viele Live-Konzerte größerer und kleinerer Ausprägung davon, dass Kubas beliebtestes Reiseziel mehr zu bieten hat als Sonne satt.